Die Geschichte von Henry & Nora - eine #Soulhorse Story

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Geschrieben von Nora: 

Im Alter von 4 oder 5 Jahren – so genau kann ich das heute nicht mehr sagen – meldete mein Opa mich zum Reiten an. Wie bei den meisten Pferdemädchen reifte schnell der Wunsch eines eigenen Pferdes in mir. Mein Opa starb kurz nach meinem 9. Geburtstag und kurze Zeit später wurde der Wunsch konkreter. Meine Mutter und ich fingen an, Verkaufsanzeigen im Pferdemarkt und co zu wälzen. Ich hatte nicht wirklich eine genaue Vorstellung. Nur kein Pony, kein Hannoveraner und kein Araber. Pony wegen meiner eigenen Körpergröße, ich war zu dem Zeitpunkt bereit 1,62 Meter. Hannoveraner mochte ich nicht wirklich (und mag ich bis heute nicht wirklich) und Araber, tja, da weiß ich den genauen Grund nicht mehr. Klar, es sollte kein Hengst sein. Aber was es nun sein sollte? Solide Grundausbildung, das war das wichtigste Kriterium. Ansonsten waren mal PRE interessant, am nächsten Tag Quater Horse und am Tag darauf Warmblüter.

Im Juni 1999 waren meine Mutter und ich bei Bekannten, meinen heutigen Stallbesitzern, zum Kaffee. Damals standen auf dem – zu der Zeit noch rein landwirtschaftlichen Hof mit Milchkuhhaltung – 2 Pferde, eines in Pension und ein junger Hannoveraner, der dem älteren Sohn gehörte.

Im Laufe des Gesprächs kamen wir auch auf das Thema Pferdekauf und dass wir mir eines kaufen wollten. Bis zu diesem Tag hatten wir zwar Anzeigen gewälzt, aber noch keines der Pferde hatte mich so überzeugt, dass wir zum Angucken gefahren sind. Irgendwann meinte M. dann „Der Kalli hat ein paar Pferde zu verkaufen. Lasst uns doch mal gucken fahren.“ Gesagt, getan. Und wie es bei „nur gucken fahren“ so oft kommt, wurden wir fündig.

Kalli führte uns in seinen Stall, die Pferde standen alle in ihren Boxen. Zu erst wurde uns ein Schimmelpony gezeigt, dass auf Grund der Größe gleich draußen war. Danach kam ein Haflinger, der bereits aus der Ferne die Ohren anlegte. Gut, auch Thema durch. Und dann kam ER. Henry. Damals noch Holms 2 gerufen. Er stand in seiner Box, guckte freundlich auf die Stallgasse und es war um mich geschehen. Ich habe ihn gesehen und es war die berühmt berüchtigte Liebe auf den ersten Blick. Neben ihm stand noch eine Stute, von der M. gleich sagte, die sei beim Hufe geben etwas schwierig. Das war mir egal, ich hörte nur noch mit halben Ohr zu.

Kalli ließ mich zu Henry in die Box, damit ich ihn mir genauer angucken konnte. Alles klar, Probereiten folgte. Erst seine RB, dann ich und zum Schluss noch mal M., allerdings nur im Schritt und Trab, da sie nur eine Jeans anhatte.

Als er wieder in der Box stand, kam die Frage, ob ich noch weiter gucken wolle oder noch ein anderes Pferd Probe reiten wolle. Meine Mutter sah mich an und erkannte sofort, dass meine Entscheidung längst gefallen war. Auf ihre Nachfrage äußerte ich mich auch entschieden, Henry war mein Pferd, da brauchte ich nicht überlegen, keine Nacht drüber schlafen.

Meine Mutter und Kalli erledigten den Papierkram, wir kauften den damals 7 Jährigen Wallach vom Fleck weg, ohne AKU, ohne weiteres drüber Nachdenken und diese Entscheidung war eine der besten meines Lebens. Wir haben diesen Kauf nie bereut. Er war sein Leben lang gesund, abgesehen von seiner Neigung zu Strahlfäule. Ein tolles Pferd mit solider Grundausbildung im Jagdrennen und in der Military bis ca. 2* Niveau, als wir ihn kauften lief er seit einem halben Jahr bei Kalli im Schulbetrieb mit. Das war die einzige Zeit seines Lebens bis Dato, die ihm nicht ganz so gut getan hat.

Ein paar Tage später brachte Kalli ihn zu M. auf den Hof, wo er die ersten Wochen stand, er wurde von ihrem älteren Sohn mitgeritten, wenn ich nicht da war und da wir eine ¾ h entfernt wohnten, konnte ich anfangs nur am Wochenende kommen. Also zog Henry um, in einen Nachbarort unseres damaligen Wohnortes.

Dieses Jahr hatten wir 18 Jähriges Jubiläum. Henry ist inzwischen 25, hat Arthrose und ist Heustaub- und Pollenallergiker. Aber typisch Vollblut, er will arbeiten und so sind wir in der Klassischen Handarbeit seit 4 Jahren unterwegs. Geritten wird er nicht mehr, weil ich selber zu schwer geworden bin und lange Zeit keinen Reiter für ihn gefunden habe. Somit wurde Reiten vor ein paar Jahren komplett gestrichen.

An seiner Trense hängt eine selbst desingte Ledermarke mit grünen Svarowski-Kristallen und dem #Quaschtkopp zusammen mit einem blauen Herz mit #Seelenpferd. An einem Halfter hängt der Name, den ihm sein Züchter gegeben hat – Holms XO, wobei XO für seine Rasse Anglo-Arabisches Polnisches Vollblut steht -  mit einem Anker. Am Kappzaum hängt #Frechdachs und mit der Zeit wird noch jedes seiner Halfter (3 Lederhalfter, zwei Reepschnur und ein normales Nylonhalfter) mit weiteren Marken geschmückt. 

Was macht Henry so besonders? Ich kann es nicht erklären. Er ist für mich das Beste Pferd der Welt, mit Geld nicht aufzuwiegen.

 

Liebe Grüße aus der Lüneburger Heide von Henry und Nora.

Geschrieben von: Jasmin Goetz Im: Soulhorse Story Auf: Mittwoch, Februar 14, 2018 Kommentar: 0 Hit: 278